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Forum Logistik-Cluster Schwaben

Das Forum Logistik-Cluster Schwaben im Rückblick - Fotos vom 18. April 2013

Was die Logistik von einer Brauerei lernen kann

120 Teilnehmer beim Forum Logistik-Cluster Schwaben bei Weltbild in Augsburg

"Authentizität“, so fasste es Sebastian Priller-Riegele von der gleichnamigen Brauerei am 18. April mit einem Wort zusammen. Wer authentisch ist und sich identifiziert mit dem, was er tut, ist erfolgreich. 120 Logistiker folgten beim Forum Logistik-Cluster Schwaben im Kuppelsaal bei der Verlagsgruppe Weltbild in Lechhausen gebannt den Worten des Juniorchefs der regionalen Kultbiermarke. Auf den ersten Blick haben Logistikunternehmen und ein mittelgroßer Brauereibetrieb nicht viel gemeinsam. Aber es gibt einiges, was beide verbindet: Verwurzelt in einer Region, große Tradition und oftmals die enge Verknüpfung mit einer Person oder einer Familie. Was dem Bier-Weltmeister-Sommelier schon gelungen ist, da möchte die Logistik noch hin: Eine ganze Erlebniswelt schaffen und erklären, was die eigene Branche leistet.

Mit mehr als 77.000 Mitarbeitern ist Logistik die drittgrößte Branche in Schwaben und hat wesentlichen Anteil daran, dass Wertschöpfung geschaffen wird und damit Wohlstand in die Region kommt. Der Logistikbereich in Schwaben macht neun Prozent der sozialversicherungs­pflichtigen Beschäftigten aus – "ein gewaltiges Arbeitsmarktpotenzial" sagte Regierungspräsident Karl Michael Scheufele. Der LCS fasst diese Wirtschaftsfähigkeit in der Region zusammen und gibt der Logistik ein übergreifendes Gesicht. Die Logistik­unternehmen in der Region "sorgen dafür, dass Schwaben in Bewegung und Menschen in Verbindung bleiben", fasst Scheufele zusammen.

Junge Menschen ansprechen und junge Menschen für die Logistik begeistern sowie ältere Mitarbeiter mitnehmen, motivieren und in der Logistik halten, sind wichtige Aufgaben für die Logistik. Prof. Hans-Christian Pfohl von der TU Darmstadt stellte dazu Instrumente zur Motivationssteigerung und Mitarbeiter-Führung vor. Die Bedeutung von Kommunikation im Führungsverhältnis werde in seinem Beitrag zum Leistungsergebnis häufig unterschätzt. Förderlich für die Ideenäußerung von Mitarbeitern sei ein Verständnis für sein Arbeitsumfeld, resümmierte Pfohl. Als Manager sollte man daher immer wieder ins Lager oder in den Einkauf gehen und mit den Mitarbeitern sprechen und zuhören. Wie mit Mitarbeitern speziell bei Veränderungen kommuniziert werden kann, stellte Dr. Julia Boppert, Geschäftsführerin von trilogIQa aus München, vor und skizzierte an einem Beispiel der Umsetzung eines Lean-Management-Projektes, welche Hilfsmittel sich anbieten, um die Mitarbeiter auf dem Wege der Veränderungsprozesses zu begleiten. Dabei sei auch eine ständige Weiterqualifikation älterer Mitarbeiter sowie zielgerichtete und effizientere Ausbildung notwendig, um die Demographieentwicklung auszugleichen, sagte Dr. Dennis Ostwald, Geschäftsführer des Darmstädter Wifor Instituts. Für qualifizierte Bewerbungen sei auch eine Arbeitgeber-Marke ein Erfolgsfaktor. Es sei wichtig, das Renommee des Unternehmens im Web zu kontrollieren oder zu verstärken, sagte Alexander Scheel, Geschäftsführer der Tiba Personalberatung in Hannover.

Arbeitsgeber als Marke entwickeln

Was also noch fehlt, ist die echte Logistik-Marke, oder wie man neudeutsch sagt: Ein Brand. So wie ihn große Automobilunternehmen beispielsweise haben. Ulli Mayer-Johanssen, Professorin für Markenbildung aus Berlin, vermittelte den schwäbischen Logistikern, welche Schritte gegangen werden können, um der Logistik auch eine klare Markenbotschaft zu geben.

Ein erster Erfolg, der sich sehen lassen kann: Vor knapp zwei Jahren gründete die Logistikwirtschaft in Schwaben den Verein „Logistik-Cluster Schwaben“ als gemeinsames Sprachrohr für ihre Interessen, ihre Belange und für die Vernetzung untereinander. Dass dies der richtige Weg war, unterstreicht nun die erste eigene große Veranstaltung. Welche Bedeutung ein gemeinsames Logo bzw. ein Bild oder eine Infografik haben kann, zeigte dabei Prof. Michael Stoll von der Hochschule Augsburg, der in einem Studierendenprojekt ein Poster „Logistik in Schwaben“ entwickelt hat. Die Herausforderung dabei war, das unsichtbare sichtbar zu machen und die Logistik im Alltag des Menschen zu zeigen.

Logistik geht jeden an. Dass wurde auch im abschließenden Podiumsgespräch unter der Moderation von Angie Roß von a.tv zu "Menschen & Marketing in der Logistik" deutlich. FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter erklärte die logistische Aufgabe, wie die Mannschaft mit Bus und Bahn zu den Spielen zu bringen ist und wie die Fans ins Stadion kommen. Auch die Stadtwerke tun jeweils ihr Bestes, denn das besondere bei diesen Großereignissen ist, dass die Personenmengen nur "stoßweise" aufkämen, wie Marc Fuchs von den Stadtwerken Ulm sagte. Auch ein Fußballverein erhält Bewerbungen von jungen Menschen, berichtete Reuter. Das Berufsbild hier ist allerdings jedem klar.  Stefan Kühn, IT- und Logistik-Leiter im Nestlé-Werk Biessenhofen, betonte, dass die Logistik und ihre Berufsbilder von der Schule bis zum Jobberater erklärt werden muss. Die Mitglieder des Logistik-Clusters wollen deshalb auf ihre vielfältigen Ausbildungsberufe hinweisen. Einen Beitrag leisten dazu auch die beiden neuen Logistik-in-Schwaben-Filme, die unter www.youtube.de/LogistikCluster betrachtet werden können.

Eingebettet war das Forum Logistik-Cluster Schwaben in den bundesweiten Aktionstag „Tag der Logistik“, bei dem sich die Logistikwirtschaft in ganz Deutschland der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Studierende in Schwaben hatten tagsüber beispielsweise die Möglichkeit, an der Hochschule Augsburg ebenfalls Vorträge zu hören und Logistikworkshops zu besuchen, bevor es dann nachmittags auch nach Lechhausen ging, um dort das Logistikzentrum von Weltbild und ein neu eingeweihtes Shuttlesystem gemeinsam mit den Forumsbesuchern zu besichtigen. Abends bot eine weitere Diskussionsrunde zum Thema „Logistik studieren … und dann?“ den Austausch zwischen Studierenden und Logistikexperten.

„Tolle Stimmung, hervorragende Referenten und viel Raum für Gespräche und Diskussionen“, so fasst Alfred Kolb, Vorstandsvorsitzender des LCS, den Tag zusammen und verspricht die Fortsetzung in zwei Jahren. 

Programm im Rückblick

Zum vollständigen Programm mit Links zu allen Referenten gelangen Sie hier.

Das Programm als PDF zum Ausdrucken erhalten Sie hier.

Moderation

Angie Roß
a.tv – Fernsehen für Augsburg und Schwaben

Anfahrt

Im Rahmen des Tages der Logistik und in Zusammenarbeit mit der studentischen Regionalgruppe der BVL: Ab 18:00 Uhr Kontakt-Lounge für Studierende mit Informationen zu Karrieremöglichkeiten in der Logistik. Mehr Details und gesonderte Anmeldung unter: www.tag-der-logistik.de